93 Anfrage zu einer Streitfrage im Unterricht From: Jürgen Marcus Riegler Widamaker@gmx.at August 21, 2001
Ich grüsse herzlichst, Mein Name ist Simon und wir hatten in der Schule im Juni einen Streit. Meine Mitschüler behaupten, dass die Römisch-Katholische Kirche älter sei als der Islam aber irgendwie bin ich mir da nicht so sicher. Können sie mir helfen? mfg Simon
Lieber Simon!
Mein Name ist Muhammad Ismail und ich bin österreichischer Muslim. Ich werde versuchen dir nach bestmöglicher Nachforschung diese Frage zu beantworten: Nach der allgemeinen Ansicht der "Römisch - Katholischen - Kirche" gilt der folgende Ausspruch des Propheten Jesus (der Friede sei auf ihm), welcher in den "Evangelien" erwähnt wird, als "Gründung" der "Römisch - Katholischen - Kirche(Gemeinde): "Du Petrus bist der Fels, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche (Gemeinde) aufbauen!"
Man könnte auch die Jahre 380 oder 405 (siehe unten) als "Kirchengründung" ansehen. Auf jeden Fall ist es so, das die "Katholische - Kirche" älter ist als die Offenbarung des Qur'aan und damit der Beginn der "Islamischen Lehre". Trotzdem hast du nicht ganz unrecht, denn Islam bedeutet "Unterwerfung an den einen Gott" und diese Lehre verbreiteten alle Propheten von Adam über Moes und Jesus bis zu Muhammad, der Friede sei auf ihnen. Das heisst, das eigentlich alle Propheten seit des ersten Menschen zum Islam aufgerufen haben. Aus dieser Sichtweise ist der Islam natürlich viel älter als die "R.-K.-Kirche" Ich hoffe dir geholfen zu haben und stehe gerne für weitere Fragen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen Ismail Suk
P.s.:
Aus der christlich Literatur:
Das Neue Testament wurde ursprünglich in Griechisch geschrieben und diese Schriften werden daher auch als Griechische Schriften bezeichnet. Vor dem Ende des zweiten Jahrhunderts waren die vier Evangelien, die Apostelgeschichte und 12 der Paulinischen Briefe allgemein anerkannt.
Um das Jahr 230 erkannte Origenes den Hebräerbrief und den Jakobusbrief, die beide im Muratorischen Fragment fehlen, als inspirierte Schriften an. Wenn er auch andeutet, dass einige ihre Kanonizität anzweifelten, zeigt dies ebenfalls, dass zu der Zeit die Kanonizität des gröss ten Teils der Griechischen Schriften anerkannt war, nur wenige hatten Zweifel in bezug auf einige weniger bekannte Briefe. Später bestätigten Athanasius, Hieronymus und Augustinus die endgültige Zusammenstellung der Schriften in früheren Verzeichnissen, indem sie dieselben 27 Bücher als kanonisch bezeichneten, die heute unseren Kanon bilden. Die katholische Kirche beanspruchte das Recht, zu entscheiden, welche Bücher in den Bibelkanon aufgenommen werden sollten, und es wird auf das Konzil von Karthago (397) verwiesen, auf dem ein Verzeichnis der Bücher angefertigt wurde. Jedoch war der Kanon bis dahin, einschliess lich des Verzeichnisses des Neuen Testaments (der Christlichen Griechischen Schriften), bereits festgelegt, nicht durch den Beschluss irgendeines Konzils, sondern unter der Leitung des heiligen Geistes Gottes - desselben Geistes, der zur Niederschrift dieser Bücher inspirierte. Das Zeugnis späterer nichtinspirierter Personen, die Verzeichnisse anfertigten, ist nur insofern wertvoll, als sie den Bibelkanon bestätigen, den Gottes Geist autorisiert hat.
*Die Einstellung des Bibelgelehrten Hieronymus, der um das Jahr 405, die Vulgata (lateinische Übersetzung der Bibel) vollendete, gegenüber den apokryphen Büchern war eindeutig. Er führte die so genannt inspirierten Bücher auf, wobei er dieselbe Zählweise wie Josephus anwanḍe - er fasste die 39 inspirierten Bücher der Hebräischen Schriften in 22 zusammen -, und schrieb in seinem Prolog zu den Büchern Samuel und Könige in der Vulgata: "Somit sind es zweiundzwanzig Bücher . . . Dieses Vorwort zu den Schriften kann als Grundlage zum Schutz für all die Bücher dienen, die wir aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzen, damit wir wissen mögen, dass, was immer über dieses hinausgeht, in die Apokryphen verlegt werden muss."
Die Apokryphen
Das griechische Wort apókryphos
wird in drei Bibeltexten in seiner ursprünglichen Bedeutung gebraucht. Es
bezieht sich dort auf etwas, was "sorgsam verheimlicht" oder "sorgsam
verborgen" ist (Mar 4:22; Luk 8:17; Kol 2:3). Auf Schriften angewanḍ,
bezog sich das Wort ursprünglich auf solche, die nicht öffentlich vorgelesen
wurden, somit vor anderen "verborgen" blieben. Später nahm jedoch der
Begriff die Bedeutung von "unecht, unkanonisch" an, und heute wird er
in der Hauptsache auf die hinzugefügten
Diese hinzugefügten Schriften sind: Tobias (Tobit), Judith (Judit), Weisheit (Weisheit Salomos), Jesus Siirahch, Baruch, 1. und 2. Makkabäer, Zusätze zu Esther (Ester) sowie drei Zusätze zu Daniel: "Lobgesang der drei Jünglinge", "Susanna und das Urteil Daniels" und "Bel und der Drache".
Wichtige Daten zur Geschichte des Christentums:
um 30 Wirken Jesus |