. Der Prozess der Beobachtung der Mondsichel (Hilaal) wird vom Ministerium für Islamische Angelegenheiten durchgeführt, das entsprechend den 16 Verwaltungsregionen des Königreichs Marokko im ganzen Land vertreten ist. Jede regionale Niederlassung verfügt über Beobachtungspunkte, deren Anzahl sich nach der Größe des jeweiligen Gebiets richtet. Die Beobachtungspunkte wurden auf Grundlage topografischer, geografischer und meteorologischer Bedingungen ausgewählt, um die bestmöglichen Voraussetzungen für die Hilaal‑Sichtung zu gewährleisten. [Es gibt 16 Zonen mit jeweils unterschiedlicher Anzahl an Beobachtungspunkten (siehe Regions-/Zonenkarte) – Anm. d. Red.] 21. Juni 2022Interview
Der Prozess der Beobachtung der Mondsichel (Hilaal) wird vom Ministerium für Islamische Angelegenheiten durchgeführt, das entsprechend den 16 Verwaltungsregionen des Königreichs Marokko im ganzen Land vertreten ist. Jede regionale Niederlassung verfügt über Beobachtungspunkte, deren Anzahl sich nach der Größe des jeweiligen Gebiets richtet. Die Beobachtungspunkte wurden auf Grundlage topografischer, geografischer und meteorologischer Bedingungen ausgewählt, um die bestmöglichen Voraussetzungen für die Hilaal‑Sichtung zu gewährleisten. [Es gibt 16 Zonen mit jeweils unterschiedlicher Anzahl an Beobachtungspunkten (siehe Regions-/Zonenkarte) – Anm. d. Red.] Wie erhalten Sie den Hilaal‑Sichtungsbericht von jedem Beobachtungspunkt (z. B. per Fax, E‑Mail, Telefonanruf usw.), und wie überprüfen Sie die Berichte der verschiedenen Sichtungspunkte? Am 28. Tag eines jeden Hidschrii‑Monats gibt das Ministerium für Islamische Angelegenheiten eine erste Bekanntmachung heraus, die über die nationalen Medienkanäle ausgestrahlt wird. Sie dient dazu, die regionalen Zweigstellen (Islamische Angelegenheiten, Awqaaf‑Treuhänder usw.) sowie die Königlichen Streitkräfte in der Südregion und auch die Öffentlichkeit bei der Beobachtung zu unterstützen. Die Bekanntmachung erinnert an Datum und Uhrzeit der Beobachtung und fordert dazu auf, die Ergebnisse [an das Ministerium] zu übermitteln. Das Zentrale Hilaal‑Komitee mit Sitz in der Hauptverwaltung des Ministeriums leitet diesen Prozess und erhält die Ergebnisse über alle Kommunikationsmittel (Telefon, Fax, E‑Mail usw.) von allen regionalen Zweigstellen. Die regionalen Zweigstellen sammeln die Berichte der Beobachtungspunkte in ihrem Zuständigkeitsbereich, unterschrieben von allen Mitgliedern der Beobachtung. Der endgültige Bericht wird per Fax an das Zentrale Hilaal‑Komitee in der Hauptverwaltung des Ministeriums gesendet. Der Sichtungsbericht enthält detaillierte Informationen über das Ergebnis sowie über die astronomischen und meteorologischen Bedingungen. Dasselbe Verfahren wird von der Einheit der Königlichen Streitkräfte in der Südregion durchgeführt. Jede regionale Zweigstelle hat zwei Vertreter, die vom zuständigen Richter als Mitglieder jeder Beobachtungskommission ernannt werden. Ihre Aufgabe ist es, das juristische Dokument mit dem Ergebnis der Beobachtung (positiv oder negativ) auszufüllen, das dann von ihnen und vom zuständigen Richter unterschrieben wird. Dieser Bericht wird anschließend, wie oben erwähnt, an das Zentrale Hilaal‑Komitee gesendet. Welche Kriterien für die Hilaal‑Sichtung verwenden Sie, um festzustellen, ob ein Sichtungsbericht die schariatischen Anforderungen erfüllt (z. B. Anzahl der Zeugen)? Alle beim Zentralen Hilaal‑Komitee eingegangenen Beobachtungsberichte sind von allen Mitgliedern der Beobachtungskommission sowie von vielen Richtern unterschrieben, die für diese Tätigkeit ausgewählt wurden. Welche Erfahrung haben die regulären Beobachter, und erhalten neue Beobachter eine Schulung zur Hilaal‑Sichtung, bevor ihre Aussagen akzeptiert werden? Alle Mitglieder der Beobachtungskommission (Beobachter) sind sehr religiös und Angestellte des Ministeriums für Islamische Angelegenheiten, die über große Erfahrung in diesem Bereich verfügen. Diese wertvolle Erfahrung wird mit neuen Beobachtern geteilt, die den Kommissionen beitreten. Darüber hinaus haben wir weitere Kurse (über Mawāqīt/Zeiten), die im Rahmen von Ausbildungsprogrammen an der Universität Mohammed VI. in Rabat angeboten werden, um Imame und weibliche ʿĀlimāt auszubilden. Benötigen Sie eine große Anzahl von Zeugen bei klarem Himmel, und wenn ja, wie viele Zeugen sind erforderlich? Die Zahl der Beobachter liegt jeden Monat bei mehreren Hundert, und daher haben wir nie darüber nachgedacht, eine genaue Anzahl festzulegen – unabhängig davon, ob der Himmel klar ist oder nicht. Wenn es bewölkt ist, warten Sie dann auf Berichte von allen Sichtungspunkten, bevor Sie eine Entscheidung treffen, und wie lange nach Sonnenuntergang dauert es normalerweise, bis eine Entscheidung getroffen wird? Wenn die Sichtungsbedingungen schwierig sind, wie es die astronomischen Berechnungen anzeigen, warten wir, bis wir den letzten Bericht vom letzten Beobachtungspunkt erhalten haben. Unsere Voraussetzung ist, dass alle eingegangenen Berichte negativ sein müssen, bevor wir entscheiden, dass der Hilaal nicht gesichtet wurde. Wir warten außerdem, bis der Mond am letzten Beobachtungspunkt innerhalb des Königreichs untergegangen ist, was je nach astronomischer Jahreszeit zwischen einer Stunde und eineinhalb Stunden dauert. Wenn es einen positiven Sichtungsbericht von einem Ort gibt, warten Sie dann auf die Berichte aller übrigen Orte, bevor Sie eine Entscheidung treffen? Wenn ein positiver Sichtungsbericht von einem der Orte eingeht, müssen wir nicht auf die Berichte der anderen Orte warten, bevor wir eine Entscheidung treffen. Dies hindert uns jedoch nicht daran, die später eingehenden Berichte zu Dokumentationszwecken und für zukünftigen Nutzen einzuholen. Verwenden Sie die Möglichkeit der Sichtbarkeit der Mondsichel (Imkān ar‑Ruʾyah) auf Grundlage astronomischer Berechnungen, um Sichtungsberichte zu überprüfen, und wenn ja, welche Mondparameter? Kein Sichtungsanspruch wird akzeptiert, wenn die astronomischen Berechnungen auf die Unmöglichkeit einer solchen Sichtung hinweisen. Wenn die Berechnungen zum Beispiel zeigen, dass der Mond vor der Sonne untergeht, wird kein Sichtungsanspruch akzeptiert. Allerdings ist zu beachten, dass wir in der Vergangenheit niemals einen solchen (unmöglichen) Sichtungsanspruch erhalten haben.
. Nur das Sehen des Hilaals (Ruuʾyat al‑Hilaal رؤية الهلال) mit freiem Auge entspricht der Sunnah und ist die Rechtsgrundlage ('Iillah) zur Bestimmung von beginn und Ende des Ramdaan und jedes anderen Monats. In der Zeit des Gesandte Allahsﷺ hatte Sehen des Hilaals "(Ruuʾyat al‑Hilaal رؤية الهلال)" das Sehen mit freiem Auge bedeutet und es gab keine Teleskope, keine Berechnungen, keine Sichtungsmeldungen im Internet aus tausenden Kilometern Entfernung und es gab keine Eile bei der Sichtung des Hilaals. Der Moment der Sichtung mit freiem Auge ist von Allahﷻ bestimmt; niemand kann dem rechtlich mit Teleskopen zuvorkommen. |